Was will die WeVeLe ? Was heißt sinnvoll studieren ?

 

DieWeVeLe (Die Welt verändern Lernen) ist eine Initiative, die nachhaltig auf die studentische Existenz abzielt: in dem Sinn, dass

a) das Studium als wirklich sinnvoll erlebt wird, mit den eigenen Intentionen spürbar verbunden und zugleich dem Allgemeinwohl dienlich ist. Daran knüpft sich ein weitgehendes Unbehagen mit einer zunehmend wirtschaftlichen Sichtweisen unterworfenen “Dienstleistungsinstitution” Universität, aber zugleich das Wissen, dass eine oftmals als Idealbild beschworene, von der Praxis getrennte “freie Reflexion” der Welt ebenfalls immer schon eine recht elitäre Sichtweise war.

b) das Studium wirklich die Chance bieten soll, die eigene spätere Zukunft jenseits der Institution Universität zu gestalten. Vom ersten Tag an sollte das Studium (als Duchgangsphase) mit den interessantesten gesellschaftlichen Transformationen und bestmöglichen Entwicklungen in den Feldern verbunden werden, für die man sich Wissen und Qualifikation aneignet. An “Reallaboren” mangelt es nicht; ein bedeutendes Segment der Gesellschaft – wenngleich in den offiziellen Medien und Institutionen ignoriert – nimmt nicht nur zur Kenntnis dass so ziemlich alles in unserer geschäftig – gewaltsamen Welt ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit  und das lamgfristige Wohlergehen der Menschen passiert. Dieses Segment der “Kulturkreativen” oder der “Wandelgesellschaft” nimmt vielmehr auch den Spruch ernst, dass man eine Krise nicht mit denselben Mitteln lösen kann, die sie herbeigeführt haben. Ob in Landwirtschaft, Medizin, Architektur, Pädagogik, überall existieren Versuche grundlegender Alternativen. Und eben mehr als das: auch Versprechen einer sinnvollen und attraktiven Lebensgestaltung, in die hineinzuwachsen sich vielleicht mehr lohnt als die heute noch angebotenen Karrieren in den Geldvermehrungsmaschinen, die die Welt sukzessive kaputt machen.

c) das Studium daher so gestaltet werden sollte, dass dafür auch die notwendigen Qualifikationen erworben werden können. Das ist aber oft schwer möglich, solange das Studium entlang von wissenschaftlichen Einzeldisziplinen verläuft, die oft einen sehr abstrakten und isolierenden Blick haben und deren Ziel weniger das tatsächliche Lösen gesellschaftlicher Probleme ist, sondern das Ausüben eines elitären Sorgerechtes. Vielmehr geht es um die Definition praktischer Ziele und das Ableiten der dafür notwendigen Wissenselemente. Das steht im Regelfall quer zu den akademischen Claims udn Territorien. Unser Ziel, ein wenig überspitzt formuliert: jede/r wird seine eigene/r Bildungsminister/in – und baut sich ein auf die persönlichen Ziele und Umstände des jeweiligen Praxisfeldes ausgerichtetes Portfolio auf, und entwickelt selbst das Interesse an bestmöglicher Ausbildung.

d) das Studium wirklich im Kontext einer gesamtgesellschaftlichen Erneuerung steht, die auf der Synergie mannigfaltiger und umfassender Problemlösungsansätze aufbaut. Wir beziehen uns daher positiv auf die Sustainable Development Goals der UN, wohl wissend, dass an vielen Punkten noch Nacharbeit und Ergänzungen notwendig sind (z.B. bei der abstrakten und unkritischen Aufnahme des Wachstumsziels), dass aber in weiten Teilen interessante Vorarbeit geleistet wurde für ein Bewusstsein der Verkettung und Vernetzung konstruktiver menschlicher Bemühungen für ein gutes Leben für alle auf dieser Erde.